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Informationen Land, Leute, Kultur... (Quelle www.datacom.ch) Allgemeine Infos, Bevölkerung, Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Abstammung, Sprachen, Religion, Sitten und Gebräuche, Essen und Trinken, Umgangsformen, Freizeit, Feiertage, Kunst, Musik, Bibliotheken und Museen, das Land, Zeitgeschichte, Wirtschaft (2), Handel und Gewerbe, Verkehr und Kommunikation, Bildungswesen, Gesundheitswesen
Staatsname: Republik der Philippinen
Einwohner:
81,159,644 (Juli 2000)
Staatsform:
Präsidiale Republik
Bruttoinlandsprodukt (BIP):
54,07 Milliarden US-Dollar
Hauptanbauprodukte:
Reis, Kokosnüsse, Mais, Zuckerrohr,
Bananen, Ananas, Mangos; Haupterzeugnisse aus der Viehzucht: Schweinefleisch,
Rindfleisch, Eier
Die Bewohner der Philippinen
sind überwiegend malaiischer Abstammung. Die Mehrheit sind Mestizen, d. h.
ihre Vorfahren stammen aus europäisch-asiatischen Mischehen. Die Ureinwohner
der Inselgruppe siedeln überwiegend in den Hochlandregionen, die kleinwüchsigen
Negriten z. B. um den Sulusee, die Aetas in der Gegend um den Pinatubo. Die
Igorot und die Ifugao, die in der Zentralkordillere, im Norden von Luzon leben,
sind für ihre jahrhundertealten Reisterrassen in Banaue bekannt. Die Landeshauptstadt
Manila ist die größte Stadt auf den Philippinen.
Die beiden Amtssprachen sind
Englisch und Filipino. Englisch wird von einem Großteil der Bevölkerung gesprochen
und ist die wichtigste Sprache im Geschäfts- und öffentlichen Leben sowie
in der Schule. Filipino hat sich in den sechziger und siebziger Jahren als
zweite Amtssprache durchgesetzt. Es leitet sich von Tagalog ab, der Sprache,
die auf Luzon gesprochen wird. Die englische Sprache auf den Philippinen ist
stark mit Wörtern und Ausdrücken aus dem Tagalog durchsetzt. Insbesondere
das auf Luzon gesprochene Englisch – diese Variante nennt man "Taglish" –
beinhaltet viele Tagalog-Wörter.
Insgesamt werden auf den Philippinen
mehr als 80 Sprachen gesprochen. Einige ethnische Gruppen sprechen auch ausschließlich
ihre eigene Muttersprache. In der Visayan Region spricht man beispielsweise
überwiegend visayanische Sprachen, die Cebuano genannt werden. Während die
Verbreitung von Filipino langsam zunimmt, dient Englisch noch immer als das
Kommunikationsmittel zwischen verschiedenen Sprachgruppen. Nachfahren spanischer
Siedler und einige Gruppen von Ureinwohnern sprechen zum Teil zu Hause noch
spanisch.
Die Philippinen sind das einzige
Land in Asien in dem das Christentum die vorherrschende Religion ist. Ungefähr
vier Fünftel der Bevölkerung sind römisch-katholisch und weitere zehn Prozent
gehören der unabhängigen philippinischen Aglipayan-Kirche oder anderen christlichen
Glaubensgemeinschaften an. Die muslimischen Bewohner, die so genannten Moros,
leben hauptsächlich auf den südlichen Inseln, vor allem auf Mindanao. Im Hochland
und auf den abgelegeneren Inseln sind viele Ureinwohner noch stark von ihren
Stammesreligionen geprägt. Darüber hinaus leben auch einige Buddhisten auf
den Philippinen.
In der Regel heirateten Filipinos,
bevor sie 30 Jahre alt sind. Die Hochzeit und der anschließende Empfang werden
vom Bräutigam und seinen Eltern bezahlt. Die Braut trägt ein Brautkleid, der
Bräutigam in der Regel einen Barong – ein mit Stickereien verziertes Hemd
– und eine aus Ananasfasern gewebte Hose. Verwandte stecken während des ersten
Tanzes der Neuvermählten Geld an das Hemd des Bräutigams oder an das Brautkleid.
Manche Paare leben schon vor der Hochzeit zusammen oder ziehen diese Beziehungsform
der Ehe vor.
Der Zusammenhalt innerhalb
der Großfamilie ist auf den Philippinen besonders stark ausgeprägt. Wenn die
Familie oder eines ihrer Mitglieder Unterstützung benötigt, helfen sich die
Mitglieder gegenseitig – manchmal bis zur Selbstaufopferung. Dieses System
geht so weit, dass es sogar eine Art "Ehrenverwandtschaft" gibt, die als Kumpadrehan
oder "Patenschaft" bezeichnet werden. Älteren Familienmitgliedern wird besonderer
Respekt gezollt. Viele Filipinos arbeiten im Ausland, da dort die Verdienstmöglichkeiten
besser sind, und sie so die Großfamilie zu Hause besser finanziell unterstützen
können.
Frauen besetzen einige wichtige
Positionen in der Politik, der Wirtschaft und in der Industrie. Der Anteil
der Frauen an der Erwerbstätigenrate beträgt rund 37 Prozent der Erwerbstätigen
(1993 geschätzt). In den ländlichen Regionen arbeiten Frauen zusammen mit
den Männern auf dem Feld. Ein Großteil ist auch für die Familienfinanzen verantwortlich.
Dennoch leiden die Frauen in Bereichen wie der Wirtschaft und der Industrie
noch immer unter der männlichen Vorherrschaft, und Gewalt gegen Frauen ist
ein zentrales gesellschaftliches Problem.
Die Häuser der Filipinos sind
in der Regel aus Zement oder Hartholz gebaut. Die Armen in den ländlichen
Gebieten sind beim Bau ihrer Häuser jedoch auf Bambus angewiesen. Der Wohnkomfort
der Häuser nimmt zwar stetig zu, dennoch gibt es in vielen Städten auch weiterhin
große Bezirke, in denen Häuser eine schlechte Bausubstanz aufweisen.
Reis ist das wichtigste Nahrungsmittel.
Er wird auf viele Arten zubereitet und sowohl für Hauptgerichte als auch für
Nachspeisen verwendet. Der Proteinbedarf wird hauptsächlich durch Fisch gedeckt.
Schweinefleisch und Geflügel sind die beliebtesten Fleischsorten. Die Speisen
werden großzügig mit Knoblauch gewürzt. Eine typische Mahlzeit besteht aus
gekochtem Reis, gebackenem Fisch und etwas Gemüse. Als Nachtisch gibt es Obst,
das auch häufig zum Frühstück gegessen wird. Da der Einfluss, den verschiedene
andere Kulturen auf die Inselrepublik hatten, recht groß war, ist auch die
Küche des Landes entsprechend abwechslungsreich. Adobo ist ein Hühnereintopf
mit Knoblauch, Sojasoße und Essig. Fleisch wird häufig auf Spießen gegrillt
und auch so serviert. Kare-kare ist ein Fleischeintopf mit Gemüse, zu dem
Erdnuss-Soße gereicht wird. Eine beliebte Zwischenmahlzeit ist Halo-halo,
ein Milchgetränk aus gesüßten Bohnen und Früchten. Der Drink wird in verschiedenfarbigen
Schichten angerichtet und mit gestoßenem Eis serviert. Bei großen Festen wird
häufig ein gefülltes Spanferkel (Lechon) über einem Holzkohlenfeuer gegrillt.
Filipinos essen in der Regel
drei größere Mahlzeiten am Tag. Zwischen den Mahlzeiten nimmt man leichte
Kleinigkeiten, die so genannten Meriendas, zu sich. Auf dem Land ist es üblich,
dass sich die Familie zu allen Mahlzeiten versammelt, während in den Städten
nur am Wochenende alle Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden. An den Werktagen
beschränkt sich das gemeinsame Essen auf das Frühstück und das Abendessen.
Wenn Gäste zum Essen bleiben, bekommen sie den Platz, der dem Familienoberhaupt
am nächsten ist. Die Gäste werden immer zuerst bedient und keiner der anderen
Anwesenden beginnt zu essen, bevor der Gast nicht ein oder zwei Bissen zu
sich genommen hat. Als Zeichen dafür, dass man satt ist, lässt man einen kleinen
Rest auf dem Teller übrig.
Die Begrüßung erfolgt freundlich
und zwanglos mit einem Händedruck. Da in weiten Teilen Englisch gesprochen
wird, können die üblichen englischen Grüße benutzt werden. Weit verbreitete
Grußformeln auf Filipino sind Kumusta ka na? ("Wie geht es Ihnen?"), Anong
balita? ("Was gibt's Neues?") und Ayos ba tayo 'dyan? ("Geht's gut?"). Erwachsene
werden mit Sir ("Herr"), Ma'am ("Frau") oder einer anderen gängigen Bezeichnung
angesprochen. Es ist auch üblich, dass junge Erwachsene ältere, ihnen unbekannte
Erwachsene mit Tita ("Tante") oder Tito ("Onkel") anreden. Wesentlich ältere
Personen werden Lola ("Großmutter") oder Lolo ("Großvater") genannt. In fast
allen anderen Sprachen des Landes finden sich zahlreiche entsprechende Ausdrücke.
Gleichaltrige, die den gleichen gesellschaftlichen Status haben, sprechen
sich mit ihren Vornamen oder mit Spitznamen an.
Filipinos lieben Besuche.
Besonders in den Barrios (Dörfern) ist diese Sitte verbreitet. Da es in ländlichen
Regionen nur wenige Telefonanschlüsse gibt, erfolgen Besuche meist unangemeldet.
In den Städten besucht man sich seltener, und die Besuche werden schon frühzeitig
geplant. Gäste bringen normalerweise keine Geschenke mit, da der Besuch an
sich schon als Geschenk betrachtet wird. Von Besuchern, die längere Zeit abwesend
waren, erwartet man allerdings eine kleine, nicht zu teure Aufmerksamkeit,
eine so genannte Pasalubong.
Am liebsten trifft man sich
zu Hause oder auf einem öffentlichen Platz. Fast alle Dörfer verfügen über
eine so genannte Plaza, die u. a. auch für politische Zusammenkünfte und Tanzveranstaltungen
genutzt wird.
Filipinos verbringen ihre
Freizeit oft im geselligen Beisammensein mit Verwandten und Nachbarn und gehen
gern ins Kino. Auf den Philippinen werden weltweit die meisten Filme produziert,
von denen ein Großteil einen religiösen Bezug hat. Besonders beliebte Sportarten
sind Basketball, Baseball und Fussball. Die meisten Filipinos haben außerdem
eine große Spielleidenschaft, was sich in der Beliebtheit von Pferderennen
und Hahnenkämpfen ausdrückt. Ein populäres Brettspiel ist das chinesische
Mahjong.
Es gibt zahlreiche nationale
und lokale Feiertage wie z. B. Neujahr (1. Januar), Ostern (Gründonnerstag
bis Sonntag), der Bataan Day (9. April), der Tag der Arbeit (1.
Mai), Araw ng
Kagitingan (6.
Mai), der Unabhängigkeitstag (12. Juni), der Gedenktag für die
Nationalhelden (27. August), Allerheiligen (1. November), der Namenstag des
heiligen Bonifazius (30. November), Weihnachten (25. Dezember) und der Rizal-Tag
(30. Dezember).
Auf den Philippinen ist es
Brauch mit dem Weihnachtsfest schon am 16. Dezember zu beginnen. Bis zum 24.
Dezember stehen alle Tage, die man auch als Misa de Gallo ("Hahnenmesse")
bezeichnet, im Zeichen des Gebets, und die Gläubigen besuchen jeden Tag bei
Sonnenuntergang den Gottesdienst. Die Messe am ersten Abend wird von Glockengeläut,
Blasmusik und einem Feuerwerk begleitet. Die Weihnachtszeit endet am 6. Januar.
Am Rizal-Tag gedenkt man dem
Märtyrertod von Dr. José Rizal im Jahr 1896. Er gilt als der Urheber der nationalistischen
Bewegung der Philippinen. An seinem Todestag werden Flaggen auf Halbmast gesenkt
und an dem nach ihm benannten Denkmal in Manila finden Feierlichkeiten statt.
Der Tag des Volksaufstands,
die Fiesta sa EDSA, am 25. Februar erinnert an die friedliche Revolution im
Februar 1986. Damals unterstützten zwei Millionen unbewaffnete Zivilisten
eine Revolte der Militärs und zwangen Ferdinand Marcos zum Rücktritt.
Landesweit gedenkt man am
14. September (Santacruzan) der Heiligen Helena und ihrer Suche nach dem Heiligen
Kreuz von Calvary. Zu den Feierlichkeiten gehören Prozessionen auf Flößen,
die mit Bildern der Schutzheiligen geschmückt sind und neun Tage dauernde
Festpiele, in denen Szenen aus der Bibel nachgespielt werden.
Bis zum 19. Jahrhundert wurden
die Malerei und die Bildhauerei auf den Philippinen stark von der römisch-katholischen
Kirche beeinflusst. Weltliche Themen und abstrakte Kunstrichtungen fanden
erst später Eingang in die Malerei. Bemerkenswerte Maler waren u. a. Juan
Luna und Félix Resurrección Hidalgo, deren Arbeiten die Epoche der Romantik
und des Impressionismus vertreten. Nennenswert sind auch Fernando Amorsolo,
der für seine Landschaftsmalerei bekannt ist, Fabián de la Rosa, dessen Stärke
das Malen von Porträts war, sowie Carlos Francis.
Vor der Ankunft der Spanier
bestand die philippinische Literatur aus mündlich überlieferten Volksgeschichten
und Sprichwörtern, die in den verschiedenen Sprachen weitergegeben wurden.
Unter der spanischen Herrschaft war die Literatur in erster Linie religiös
geprägt, während später, mit einer zunehmenden Orientierung nach Amerika,
auch Kurzgeschichten und Dramen entstanden. Nennenswerte Schriftsteller der
Philippinen sind der Romanautor und Volksheld José Rizal, Francisco Balagtas,
José Garcia Villa, Carlos P. Romulo, Claro Recto, Nick Joaquín und Pas Marques
Benitz.
Der auf den Philippinen vorherrschende
Musikstil weist zahlreiche Elemente auf, die den Einfluss der jahrhundertelangen
Kolonialherrschaft der Europäer und der US-Amerikaner widerspiegeln. Der amerikanische
Einfluss förderte das Interesse an Jazz und elektronischer Popmusik, wobei
ein Großteil der Liedertexte in Tagalog verfasst ist. Oft verwenden philippinische
Musiker gitarrenähnliche Zupfinstrumente, die an Ukulelen erinnern.
Die ursprüngliche Musik der
Naturvölker blieb vorwiegend auf den nördlichsten und den südlichsten Inseln
erhalten. Einige Naturvölker halten auch heute noch musikalische Traditionen
aufrecht, die denen Südostasiens ähneln. Ein bedeutendes Musikinstrument sind
die Gangsas, flache Gongs, die ausschließlich von Männern gespielt werden.
In Ensembles schlägt jede Person einen Gong. Im Zusammenspiel entsteht aus
den sich überschneidenden Klängen eine komplexe, vielschichtige Klangkulisse.
Spezielle Effekte werden durch das Schwenken der Gongs erreicht. Gangsas sind
auch Statussymbole: Mitglieder der Gesellschaft ehrt man damit, dass man ihnen
gestattet, die Darbietung eines Gong-Ensembles einzuleiten.
Im Süden, in dem eine wesentlich
größere Anzahl verschiedener ethnischer Gruppen beheimatet ist, findet man
auch andere Formen der traditionellen Musik. Hier werden spezielle Gongs geschlagen,
die an die der Gamelanmusik in Indonesien erinnern. Die muslimische Minderheit
bevorzugt eine Gesangsart, die durch eine hohe, nasale Singstimme charakterisiert
ist. Innerhalb der muslimischen Gemeinschaften werden häufig das Kulintang
(ein Gongspiel) mit dem Gabbang (Xylophon) sowie die Ganbang (eine Trommel
mit zwei Schlagfellen) und die Agung (frei schwebenden Gongs) zu Ensembles
kombiniert. Auch hier bleibt das Spielen der Agung den Männern vorbehalten,
während das Kulintang auch von kleinen Jungen und Frauen geschlagen werden
darf.
Alle wichtigen Bibliotheken
des Landes befinden sich in Manila: Neben den Universitätsbibliotheken gehören
dazu die Manila City Library, die National Library sowie die Bibliothek des
Science and Technology Information Institut. In Pasay beherbergt das Lopez
Memorial Museum und die dazugehörige Bibliothek Gemäldesammlungen der berühmtesten
philippinischen Künstler sowie Briefe und Manuskripte des Schriftstellers
und Patrioten José Rizal. Im Santo Tomás-Museum in Manila werden bedeutende
archäologische und naturgeschichtliche Sammlungen ausgestellt, die die Geschichte
der Inseln veranschaulichen. Das Nationalmuseum in Manila besitzt neben verschiedenen
Abteilungen für Anthropologie, Botanik, Geologie und Zoologie auch Kunstsammlungen
und ein Planetarium.
Mit der neuen Verfassung von
1987 wurden im Wesentlichen die schon 1935 beschlossenen verfassungsrechtlichen
Grundprinzipien bestätigt. Zweck der überarbeiteten Verfassung war es, die
Entstehung einer neuen Diktatur zu vermeiden. Aus diesem Grund wurde die Amtszeit
des Präsidenten auf höchstens sechs Jahre begrenzt, und er erhielt nicht mehr
die Macht, den Kongress zu überstimmen oder das Kriegsrecht zu verhängen.
Der Präsident regiert mit Unterstützung eines Kabinetts, dessen Mitglieder
ernannt werden. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Zweikammersystem, das
sich aus dem Senat, dem 24 direkt gewählte Mitglieder angehören, und dem Abgeordnetenhaus,
das 250 Mitglieder umfasst, zusammensetzt. Dabei werden 50 Abgeordnete durch
ein Parteilisten-System gewählt, während die übrigen bei allgemeinen Wahlen
ermittelt werden.
1996 gehörten zur Republik
der Philippinen 75 Provinzen, von denen jede in Gemeinden unterteilt war,
die sich wiederum aus verschiedenen Barangays (Vierteln) zusammensetzten.
Sitz der meisten Ministerien ist Quezon City, die ehemalige Landeshauptstadt.
Im Alter von 15 Jahren darf man an Kommunalwahlen teilnehmen, während das
Wahlalter bei Wahlen auf nationaler Ebene 18 Jahre beträgt.
1965 gewann Ferdinand Marcos,
der Kandidat der Nationalistischen Partei, die Präsidentschaftswahlen. Dies
war der Beginn seiner zwei Jahrzehnte dauernden Herrschaft, die von Korruption
und zunehmender Autokratie geprägt war. Nachdem sich 1972 Demonstrationen
häuften und es unter der Führung einer neuen kommunistischen Partei zu einem
erneuten Aufflackern der von Bauern gesteuerten Guerillakriege kam, verhängte
Ferdinand Marcos das Kriegsrecht und kündigte ein soziales und wirtschaftliches
Reformprogramm an. Marcos verteilte aber weiterhin lukrative Geschäfte und
Aufträge unter seinen Freunden und Verbündeten und erhielt als Gegenleistung
einen großzügigen Anteil des erzielten Profits. 1981 wurde das Kriegsrecht
formell aufgehoben – nur im Süden des Landes blieb es weiterhin bestehen.
Im gleichen Jahr wurde Marcos in einer Wahl, die die Mehrheit der Opposition
boykottierte, erneut für die Dauer von sechs Jahren "gewählt". 1986 beugte
sich Ferdinand Marcos dem Druck der Vereinigten Staaten von Amerika und berief
vorgezogene Präsidentschaftswahlen ein. Die Kandidatin der Opposition war
Corazon Aquino, die Witwe von Benigno S. Aquino. Letzterer war der prominenteste
Gegner von Ferdinand Marcos, bis er 1983, bei seiner Rückkehr aus dem Exil,
am Flughafen von Manila einem Attentat zum Opfer fiel. Marcos manipulierte
die Wahlen und erklärte sich als "wieder gewählt." Doch die philippinische
Bevölkerung ging auf die Straße und unterstützte eine Revolte, die von einem
Teil der Militärs ausging. Nachdem sich dann auch regierungstreue Militärangehörige
gegen eine Konfrontation mit dem Volk ausgesprochen hatten, erklärten einige
Minister in Schlüsselpositionen die Unterstützung von Frau Aquino. Unter dem
Druck der "Revolution des Volkes" floh Ferdinand Marcos ins Exil nach Hawaii,
wo er 1989 starb.
Die Hoffnungen, dass Corazon
Aquino nicht nur die zweifelhaften Regierungspraktiken abstellen, sondern
auch radikale wirtschaftliche und soziale Veränderungen herbeiführen würde,
wie etwa eine umfassende Reform der Landverteilung, wurden schon bald zerschlagen.
Das aufständische Verhalten der Kommunisten sowie interne Streitigkeiten der
Militärs veranlassten sie dazu, mit konservativen Kräften konform zu gehen.
Nach mehreren gegen sie gerichtete Putschversuche, die alle fehlschlugen,
zog sie sich 1992 aus ihrem Amt zurück. Im gleichen Jahr wurden die US-amerikanischen
Streitkräfte von den Philippinen abgezogen, nachdem sich der Senat des Landes
gegen eine Erneuerung der Pachtverträge der Militärstützpunkte ausgesprochen
hatte. Nachfolger von Frau Aquino wurde ihr ehemaliger Verteidigungsminister
Fidel V. Ramos.
Ramos sah sich mit zahlreichen
Problemen konfrontiert, wie etwa einer schlechten Wirtschaftslage, politischer
Korruption und einer ineffizient arbeitenden Bürokratie. Es gelang ihm, eine
Reihe dieser Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und eine große Koalition
zu schaffen, die nach den Wahlen von 1995 die Mehrheit in beiden Häusern des
Kongresses innehatte. Als in der Folge des Abzugs der auf den Philippinen
stationierten US-amerikanischen Truppen viele Arbeitsplätze verloren gingen,
wandelte die Regierung die beiden Militärstützpunkte in Wirtschaftszonen um.
Seit 1994 verzeichnet die Wirtschaft des Landes enorme Wachstumsraten. 1996 wurden die seit 25 Jahren andauernden Auseinandersetzungen mit der größten Gruppe muslimischer Unabhängigkeitskämpfer im Süden der Philippinen beigelegt. Man schätzt, dass in diesem Bürgerkrieg über 100 000 Menschen ums Leben gekommen sind. Im September 1996 unterzeichnete die Regierung mit der größten Rebellengruppe, der Nationalen Befreiungsfront der Moro (MNLF), ein Friedensabkommen, und Anfang 1997 wurden Verhandlungen mit kleineren Splittergruppen geführt. Dagegen zeichnet sich in der Frage um das Hoheitsrecht bezüglich der Spratly-Inseln, die sowohl von den Philippinen als auch von China, Taiwan, Malaysia, Brunei und Vietnam beansprucht werden, noch keine Lösung ab. 1998 wurde Mr. Joseph Estrada zum Präsident gewählt. Diverse undurchsichtige Geschäfte und das angebliche "Beiseiteschaffen" von Staatsgeldern, führte Ende 2000 zu einem Amtenthebungsverfahren. 100 000de Philippinos gingen wieder auf die Straße und protestierten wie zu Marcos Zeiten. Im Januar 2001 trat "Erap" zurück und Mrs. Gloria Arroyo wurde neue Präsidentin
Die Wirtschaft des Landes
wuchs in den vergangenen Jahrzehnten langsamer als in den meisten anderen
Ländern der Region. Ungerechte Einkommensverteilung und Armut haben den Philippinen
lange Zeit zugesetzt. Erst nach der Wahl von Corazon Aquino wurde ein deutliches
Wirtschaftswachstum verzeichnet. Doch Anfang der neunziger Jahre kam es aufgrund
mehrerer Ereignisse zu Rückschlägen. Der Zweite Golfkrieg (1990/91) bedeutete
für viele Filipinos, die in Vorderasien arbeiteten, dass sie kein Geld mehr
nach Hause schicken konnten. Daneben wurde das Land von mehreren Naturkatastrophen
erschüttert, wie dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo 1991, der verheerende Auswirkungen
hatte, und die Landwirtschaft wurde abwechselnd durch Dürreperioden und Überschwemmungen
in Mitleidenschaft gezogen. Doch trotz dieser Rückschläge waren die Jahre
zwischen 1994 und 1996 eine Zeit enormer wirtschaftlicher Fortschritte. Bis
heute boomen Bereiche wie Export, Privatisierung und ausländische Investitionen,
und die Wirtschaft verzeichnet weiter Rekordergebnisse.
Die Landwirtschaft ist ein
bedeutender Faktor der philippinischen Wirtschaft. Zu den wichtigsten Anbauprodukten
gehören Reis, Mais, Kokosnüsse, Zuckerrohr, Abaka und Tabak. Neben Agrarprodukten
exportiert das Land auch elektronische Geräte, Textilien, Mineralien und chemische
Erzeugnisse.
Die Philippinen sind Mitglied
der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN). Haupthandelspartner der
Philippinen sind die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Landeswährung
ist der Philippinische Peso.
Die Geschäftszeiten sind von
Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr sowie von 13.00 oder 14.00 bis 17.00
Uhr. In der Hauptstadt Manila sind die Läden häufig wesentlich länger geöffnet,
hier gibt es auch keine Mittagspause. Auf dem Land gelten andere Geschäftszeiten,
und viele Straßenverkäufer arbeiten von den frühen Morgenstunden bis zum späten
Abend. Viele Filipinos betreiben in ihren Häusern auch so genannte Sari-saris.
Das Angebot dieser Gemischtwarenläden reicht von Konserven über Haushaltswaren
bis hin zu Getränken und Süßwaren.
Viele Angehörige der Mittel-
und Oberschicht besitzen ein eigenes Auto. Der übrige Teil der Bevölkerung
ist auf öffentliche Transportmittel angewiesen. In Manila verkehren Busse,
Taxis und so genannte Jeepneys, besondere Kleinbusse, die auf festgelegten
Routen verkehren und per Handzeichen angehalten werden. Ein Jeepney bietet
Platz für 10 bis 20 Personen. Die Fahrpreise sind niedrig. In den Städten
kommt es auf den Straßen häufig zu Staus. Das Straßen- und Verkehrsnetz auf
dem Land ist weniger gut ausgebaut, weshalb viele Leute auch zu Fuß gehen
oder reiten. Zum Transport für Lasten verwendet man häufig eine Motorradversion
des Jeepneys. Es existiert ein gut ausgebautes nationales Flugnetz, und zwischen
den Inseln verkehren Fähren oder andere Boote, die so genannten Bankas. Das
Telekommunikationsnetz ist überwiegend gut ausgebaut.
Das Bildungssystem orientiert
sich teilweise an dem der Vereinigten Staaten von Amerika. In den Städten
ist die Qualität der schulischen Einrichtungen besser als auf dem Land. Fast
alle Kinder im schulpflichtigen Alter gehen in die Grundschule. In den Städten
besuchen die Schüler danach weiterführende Schulen, von denen viele privat
betrieben werden. Die Schulzeit auf einer dieser Schulen beinhaltet ein Jahr
Militärausbildung. Schulen und Universitäten, die unter der Leitung römisch-katholischer
Orden stehen, zählen zu den besten, obgleich das Niveau der staatlichen University
of the Philippines in Quezon City internationalem Standard gerecht wird.
In Manila ist die Versorgung
mit medizinischen Einrichtungen überwiegend gut, doch nicht alle Filipinos
können sich eine Behandlung leisten. Krankenhäuser, die von christlichen Orden
geleitet werden, zählen zu den besten. Auf dem Land finden sich manchmal Gesundheitszentren,
denen es mitunter jedoch an Medikamenten und medizinischen Geräten mangelt.
Mit einem neuen Gesetz von 1995 wurde eine allgemeine Krankenversicherung
eingeführt, deren Leistungen zum Großteil mit Steuern und staatlichen Mitteln
finanziert werden. Vor dieser Zeit war eine Krankenversicherung nur schwer
zu realisieren, und für Arbeitslose waren medizinische Behandlungen unbezahlbar.
Heute bietet die Regierung kostenlose Schutzimpfungen für Kinder an. Ein ernsthaftes
Gesundheitsproblem – besonders in Manila – stellt die Umweltverschmutzung
dar.
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