Offizielle Webpage des Philippinischen "Department of Tourisem"

Informationen Land, Leute, Kultur... (Quelle www.datacom.ch)

Allgemeine Infos, Bevölkerung, Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Abstammung, Sprachen, Religion, Sitten und Gebräuche, Essen und Trinken, Umgangsformen, Freizeit, Feiertage, Kunst, Musik, Bibliotheken und Museen, das Land, Zeitgeschichte, Wirtschaft (2), Handel und Gewerbe, Verkehr und Kommunikation, Bildungswesen, Gesundheitswesen

Diese Bild ist "gemeinfrei" („public domain“), da sie im Auftrag einer US-amerikanischen Regierungsbehörde erstellt wurde oder in einem ihrer Archive verwahrt wird.

Allgemeine Infos

Staatsname: Republik der Philippinen
Präsident: Mrs. Gloria Arroyo
Hauptstadt: Manila (ca. 12 Mio. Eiwohner)
Fläche: 300 000 km²

Bevölkerung

Einwohner: 81,159,644 (Juli 2000)
Wachstumsrate:
2.07% (2000)
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner pro km² (1995 geschätzt)
Ethnische Gruppen: Malaien 95,5 %, Chinesen 1,5%, Andere 3,0%
Sprachen: Filipino (Tagalog) und Englisch (Amtssprachen), einheimische Sprachen und Dialekte
Religionszugehörigkeit: Katholiken 83 %, Protestanten 9 %, Muslime 5 %, Buddhisten und andere 3 %

Politik

Staatsform: Präsidiale Republik
Unabhängigkeit: 4. Juli 1946 (von den Vereinigten Staaten von Amerika)
Verfassung: Verfassung vom 2. Februar 1987

Wirtschaft

Bruttoinlandsprodukt (BIP): 54,07 Milliarden US-Dollar
BIP pro Einwohner: 807 US-Dollar
Staatshaushalt (in Milliarden US-Dollar): Einnahmen 14, Ausgaben 15,4
Währung: 1 Philippinischer Peso (P) = 100 Centavos
Wichtigste Außenhandelspartner (Export): Vereinigte Staaten von Amerika, Japan, Deutschland, Großbritannien
Wichtigste Außenhandelspartner (Import): Japan, Vereinigte Staaten von Amerika, Taiwan, Singapur, Südkorea

Landwirtschaft

Hauptanbauprodukte: Reis, Kokosnüsse, Mais, Zuckerrohr, Bananen, Ananas, Mangos; Haupterzeugnisse aus der Viehzucht: Schweinefleisch, Rindfleisch, Eier
Rohstoffe: Holz, Erdöl, Nickel, Cobalt, Silber, Gold, Kupfer, Salz

Abstammung  

Die Bewohner der Philippinen sind überwiegend malaiischer Abstammung. Die Mehrheit sind Mestizen, d. h. ihre Vorfahren stammen aus europäisch-asiatischen Mischehen. Die Ureinwohner der Inselgruppe siedeln überwiegend in den Hochlandregionen, die kleinwüchsigen Negriten z. B. um den Sulusee, die Aetas in der Gegend um den Pinatubo. Die Igorot und die Ifugao, die in der Zentralkordillere, im Norden von Luzon leben, sind für ihre jahrhundertealten Reisterrassen in Banaue bekannt. Die Landeshauptstadt Manila ist die größte Stadt auf den Philippinen.

Sprache  

Die beiden Amtssprachen sind Englisch und Filipino. Englisch wird von einem Großteil der Bevölkerung gesprochen und ist die wichtigste Sprache im Geschäfts- und öffentlichen Leben sowie in der Schule. Filipino hat sich in den sechziger und siebziger Jahren als zweite Amtssprache durchgesetzt. Es leitet sich von Tagalog ab, der Sprache, die auf Luzon gesprochen wird. Die englische Sprache auf den Philippinen ist stark mit Wörtern und Ausdrücken aus dem Tagalog durchsetzt. Insbesondere das auf Luzon gesprochene Englisch – diese Variante nennt man "Taglish" – beinhaltet viele Tagalog-Wörter.

Insgesamt werden auf den Philippinen mehr als 80 Sprachen gesprochen. Einige ethnische Gruppen sprechen auch ausschließlich ihre eigene Muttersprache. In der Visayan Region spricht man beispielsweise überwiegend visayanische Sprachen, die Cebuano genannt werden. Während die Verbreitung von Filipino langsam zunimmt, dient Englisch noch immer als das Kommunikationsmittel zwischen verschiedenen Sprachgruppen. Nachfahren spanischer Siedler und einige Gruppen von Ureinwohnern sprechen zum Teil zu Hause noch spanisch.

Religion

Die Philippinen sind das einzige Land in Asien in dem das Christentum die vorherrschende Religion ist. Ungefähr vier Fünftel der Bevölkerung sind römisch-katholisch und weitere zehn Prozent gehören der unabhängigen philippinischen Aglipayan-Kirche oder anderen christlichen Glaubensgemeinschaften an. Die muslimischen Bewohner, die so genannten Moros, leben hauptsächlich auf den südlichen Inseln, vor allem auf Mindanao. Im Hochland und auf den abgelegeneren Inseln sind viele Ureinwohner noch stark von ihren Stammesreligionen geprägt. Darüber hinaus leben auch einige Buddhisten auf den Philippinen.

Sitten und Gebräuche 

In der Regel heirateten Filipinos, bevor sie 30 Jahre alt sind. Die Hochzeit und der anschließende Empfang werden vom Bräutigam und seinen Eltern bezahlt. Die Braut trägt ein Brautkleid, der Bräutigam in der Regel einen Barong – ein mit Stickereien verziertes Hemd – und eine aus Ananasfasern gewebte Hose. Verwandte stecken während des ersten Tanzes der Neuvermählten Geld an das Hemd des Bräutigams oder an das Brautkleid. Manche Paare leben schon vor der Hochzeit zusammen oder ziehen diese Beziehungsform der Ehe vor.

Der Zusammenhalt innerhalb der Großfamilie ist auf den Philippinen besonders stark ausgeprägt. Wenn die Familie oder eines ihrer Mitglieder Unterstützung benötigt, helfen sich die Mitglieder gegenseitig – manchmal bis zur Selbstaufopferung. Dieses System geht so weit, dass es sogar eine Art "Ehrenverwandtschaft" gibt, die als Kumpadrehan oder "Patenschaft" bezeichnet werden. Älteren Familienmitgliedern wird besonderer Respekt gezollt. Viele Filipinos arbeiten im Ausland, da dort die Verdienstmöglichkeiten besser sind, und sie so die Großfamilie zu Hause besser finanziell unterstützen können.

Frauen besetzen einige wichtige Positionen in der Politik, der Wirtschaft und in der Industrie. Der Anteil der Frauen an der Erwerbstätigenrate beträgt rund 37 Prozent der Erwerbstätigen (1993 geschätzt). In den ländlichen Regionen arbeiten Frauen zusammen mit den Männern auf dem Feld. Ein Großteil ist auch für die Familienfinanzen verantwortlich. Dennoch leiden die Frauen in Bereichen wie der Wirtschaft und der Industrie noch immer unter der männlichen Vorherrschaft, und Gewalt gegen Frauen ist ein zentrales gesellschaftliches Problem.

Die Häuser der Filipinos sind in der Regel aus Zement oder Hartholz gebaut. Die Armen in den ländlichen Gebieten sind beim Bau ihrer Häuser jedoch auf Bambus angewiesen. Der Wohnkomfort der Häuser nimmt zwar stetig zu, dennoch gibt es in vielen Städten auch weiterhin große Bezirke, in denen Häuser eine schlechte Bausubstanz aufweisen.

Essen und Trinken  

Reis ist das wichtigste Nahrungsmittel. Er wird auf viele Arten zubereitet und sowohl für Hauptgerichte als auch für Nachspeisen verwendet. Der Proteinbedarf wird hauptsächlich durch Fisch gedeckt. Schweinefleisch und Geflügel sind die beliebtesten Fleischsorten. Die Speisen werden großzügig mit Knoblauch gewürzt. Eine typische Mahlzeit besteht aus gekochtem Reis, gebackenem Fisch und etwas Gemüse. Als Nachtisch gibt es Obst, das auch häufig zum Frühstück gegessen wird. Da der Einfluss, den verschiedene andere Kulturen auf die Inselrepublik hatten, recht groß war, ist auch die Küche des Landes entsprechend abwechslungsreich. Adobo ist ein Hühnereintopf mit Knoblauch, Sojasoße und Essig. Fleisch wird häufig auf Spießen gegrillt und auch so serviert. Kare-kare ist ein Fleischeintopf mit Gemüse, zu dem Erdnuss-Soße gereicht wird. Eine beliebte Zwischenmahlzeit ist Halo-halo, ein Milchgetränk aus gesüßten Bohnen und Früchten. Der Drink wird in verschiedenfarbigen Schichten angerichtet und mit gestoßenem Eis serviert. Bei großen Festen wird häufig ein gefülltes Spanferkel (Lechon) über einem Holzkohlenfeuer gegrillt.

Filipinos essen in der Regel drei größere Mahlzeiten am Tag. Zwischen den Mahlzeiten nimmt man leichte Kleinigkeiten, die so genannten Meriendas, zu sich. Auf dem Land ist es üblich, dass sich die Familie zu allen Mahlzeiten versammelt, während in den Städten nur am Wochenende alle Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden. An den Werktagen beschränkt sich das gemeinsame Essen auf das Frühstück und das Abendessen. Wenn Gäste zum Essen bleiben, bekommen sie den Platz, der dem Familienoberhaupt am nächsten ist. Die Gäste werden immer zuerst bedient und keiner der anderen Anwesenden beginnt zu essen, bevor der Gast nicht ein oder zwei Bissen zu sich genommen hat. Als Zeichen dafür, dass man satt ist, lässt man einen kleinen Rest auf dem Teller übrig.

Umgangsformen  

Die Begrüßung erfolgt freundlich und zwanglos mit einem Händedruck. Da in weiten Teilen Englisch gesprochen wird, können die üblichen englischen Grüße benutzt werden. Weit verbreitete Grußformeln auf Filipino sind Kumusta ka na? ("Wie geht es Ihnen?"), Anong balita? ("Was gibt's Neues?") und Ayos ba tayo 'dyan? ("Geht's gut?"). Erwachsene werden mit Sir ("Herr"), Ma'am ("Frau") oder einer anderen gängigen Bezeichnung angesprochen. Es ist auch üblich, dass junge Erwachsene ältere, ihnen unbekannte Erwachsene mit Tita ("Tante") oder Tito ("Onkel") anreden. Wesentlich ältere Personen werden Lola ("Großmutter") oder Lolo ("Großvater") genannt. In fast allen anderen Sprachen des Landes finden sich zahlreiche entsprechende Ausdrücke. Gleichaltrige, die den gleichen gesellschaftlichen Status haben, sprechen sich mit ihren Vornamen oder mit Spitznamen an.

Filipinos lieben Besuche. Besonders in den Barrios (Dörfern) ist diese Sitte verbreitet. Da es in ländlichen Regionen nur wenige Telefonanschlüsse gibt, erfolgen Besuche meist unangemeldet. In den Städten besucht man sich seltener, und die Besuche werden schon frühzeitig geplant. Gäste bringen normalerweise keine Geschenke mit, da der Besuch an sich schon als Geschenk betrachtet wird. Von Besuchern, die längere Zeit abwesend waren, erwartet man allerdings eine kleine, nicht zu teure Aufmerksamkeit, eine so genannte Pasalubong.

Am liebsten trifft man sich zu Hause oder auf einem öffentlichen Platz. Fast alle Dörfer verfügen über eine so genannte Plaza, die u. a. auch für politische Zusammenkünfte und Tanzveranstaltungen genutzt wird.

Freizeit

Filipinos verbringen ihre Freizeit oft im geselligen Beisammensein mit Verwandten und Nachbarn und gehen gern ins Kino. Auf den Philippinen werden weltweit die meisten Filme produziert, von denen ein Großteil einen religiösen Bezug hat. Besonders beliebte Sportarten sind Basketball, Baseball und Fussball. Die meisten Filipinos haben außerdem eine große Spielleidenschaft, was sich in der Beliebtheit von Pferderennen und Hahnenkämpfen ausdrückt. Ein populäres Brettspiel ist das chinesische Mahjong.

Feiertage  

Es gibt zahlreiche nationale und lokale Feiertage wie z. B. Neujahr (1. Januar), Ostern (Gründonnerstag bis Sonntag), der Bataan Day (9. April), der Tag der Arbeit (1. Mai), Araw ng Kagitingan (6. Mai), der Unabhängigkeitstag (12. Juni), der Gedenktag für die Nationalhelden (27. August), Allerheiligen (1. November), der Namenstag des heiligen Bonifazius (30. November), Weihnachten (25. Dezember) und der Rizal-Tag (30. Dezember).

Auf den Philippinen ist es Brauch mit dem Weihnachtsfest schon am 16. Dezember zu beginnen. Bis zum 24. Dezember stehen alle Tage, die man auch als Misa de Gallo ("Hahnenmesse") bezeichnet, im Zeichen des Gebets, und die Gläubigen besuchen jeden Tag bei Sonnenuntergang den Gottesdienst. Die Messe am ersten Abend wird von Glockengeläut, Blasmusik und einem Feuerwerk begleitet. Die Weihnachtszeit endet am 6. Januar.

Am Rizal-Tag gedenkt man dem Märtyrertod von Dr. José Rizal im Jahr 1896. Er gilt als der Urheber der nationalistischen Bewegung der Philippinen. An seinem Todestag werden Flaggen auf Halbmast gesenkt und an dem nach ihm benannten Denkmal in Manila finden Feierlichkeiten statt.

Der Tag des Volksaufstands, die Fiesta sa EDSA, am 25. Februar erinnert an die friedliche Revolution im Februar 1986. Damals unterstützten zwei Millionen unbewaffnete Zivilisten eine Revolte der Militärs und zwangen Ferdinand Marcos zum Rücktritt.

Landesweit gedenkt man am 14. September (Santacruzan) der Heiligen Helena und ihrer Suche nach dem Heiligen Kreuz von Calvary. Zu den Feierlichkeiten gehören Prozessionen auf Flößen, die mit Bildern der Schutzheiligen geschmückt sind und neun Tage dauernde Festpiele, in denen Szenen aus der Bibel nachgespielt werden.

Kunst

Bis zum 19. Jahrhundert wurden die Malerei und die Bildhauerei auf den Philippinen stark von der römisch-katholischen Kirche beeinflusst. Weltliche Themen und abstrakte Kunstrichtungen fanden erst später Eingang in die Malerei. Bemerkenswerte Maler waren u. a. Juan Luna und Félix Resurrección Hidalgo, deren Arbeiten die Epoche der Romantik und des Impressionismus vertreten. Nennenswert sind auch Fernando Amorsolo, der für seine Landschaftsmalerei bekannt ist, Fabián de la Rosa, dessen Stärke das Malen von Porträts war, sowie Carlos Francis.

Vor der Ankunft der Spanier bestand die philippinische Literatur aus mündlich überlieferten Volksgeschichten und Sprichwörtern, die in den verschiedenen Sprachen weitergegeben wurden. Unter der spanischen Herrschaft war die Literatur in erster Linie religiös geprägt, während später, mit einer zunehmenden Orientierung nach Amerika, auch Kurzgeschichten und Dramen entstanden. Nennenswerte Schriftsteller der Philippinen sind der Romanautor und Volksheld José Rizal, Francisco Balagtas, José Garcia Villa, Carlos P. Romulo, Claro Recto, Nick Joaquín und Pas Marques Benitz.

Musik

Der auf den Philippinen vorherrschende Musikstil weist zahlreiche Elemente auf, die den Einfluss der jahrhundertelangen Kolonialherrschaft der Europäer und der US-Amerikaner widerspiegeln. Der amerikanische Einfluss förderte das Interesse an Jazz und elektronischer Popmusik, wobei ein Großteil der Liedertexte in Tagalog verfasst ist. Oft verwenden philippinische Musiker gitarrenähnliche Zupfinstrumente, die an Ukulelen erinnern.

Die ursprüngliche Musik der Naturvölker blieb vorwiegend auf den nördlichsten und den südlichsten Inseln erhalten. Einige Naturvölker halten auch heute noch musikalische Traditionen aufrecht, die denen Südostasiens ähneln. Ein bedeutendes Musikinstrument sind die Gangsas, flache Gongs, die ausschließlich von Männern gespielt werden. In Ensembles schlägt jede Person einen Gong. Im Zusammenspiel entsteht aus den sich überschneidenden Klängen eine komplexe, vielschichtige Klangkulisse. Spezielle Effekte werden durch das Schwenken der Gongs erreicht. Gangsas sind auch Statussymbole: Mitglieder der Gesellschaft ehrt man damit, dass man ihnen gestattet, die Darbietung eines Gong-Ensembles einzuleiten.

Im Süden, in dem eine wesentlich größere Anzahl verschiedener ethnischer Gruppen beheimatet ist, findet man auch andere Formen der traditionellen Musik. Hier werden spezielle Gongs geschlagen, die an die der Gamelanmusik in Indonesien erinnern. Die muslimische Minderheit bevorzugt eine Gesangsart, die durch eine hohe, nasale Singstimme charakterisiert ist. Innerhalb der muslimischen Gemeinschaften werden häufig das Kulintang (ein Gongspiel) mit dem Gabbang (Xylophon) sowie die Ganbang (eine Trommel mit zwei Schlagfellen) und die Agung (frei schwebenden Gongs) zu Ensembles kombiniert. Auch hier bleibt das Spielen der Agung den Männern vorbehalten, während das Kulintang auch von kleinen Jungen und Frauen geschlagen werden darf.

Bibliotheken und Museen  

Alle wichtigen Bibliotheken des Landes befinden sich in Manila: Neben den Universitätsbibliotheken gehören dazu die Manila City Library, die National Library sowie die Bibliothek des Science and Technology Information Institut. In Pasay beherbergt das Lopez Memorial Museum und die dazugehörige Bibliothek Gemäldesammlungen der berühmtesten philippinischen Künstler sowie Briefe und Manuskripte des Schriftstellers und Patrioten José Rizal. Im Santo Tomás-Museum in Manila werden bedeutende archäologische und naturgeschichtliche Sammlungen ausgestellt, die die Geschichte der Inseln veranschaulichen. Das Nationalmuseum in Manila besitzt neben verschiedenen Abteilungen für Anthropologie, Botanik, Geologie und Zoologie auch Kunstsammlungen und ein Planetarium.

Das Land

Mit der neuen Verfassung von 1987 wurden im Wesentlichen die schon 1935 beschlossenen verfassungsrechtlichen Grundprinzipien bestätigt. Zweck der überarbeiteten Verfassung war es, die Entstehung einer neuen Diktatur zu vermeiden. Aus diesem Grund wurde die Amtszeit des Präsidenten auf höchstens sechs Jahre begrenzt, und er erhielt nicht mehr die Macht, den Kongress zu überstimmen oder das Kriegsrecht zu verhängen. Der Präsident regiert mit Unterstützung eines Kabinetts, dessen Mitglieder ernannt werden. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Zweikammersystem, das sich aus dem Senat, dem 24 direkt gewählte Mitglieder angehören, und dem Abgeordnetenhaus, das 250 Mitglieder umfasst, zusammensetzt. Dabei werden 50 Abgeordnete durch ein Parteilisten-System gewählt, während die übrigen bei allgemeinen Wahlen ermittelt werden.

1996 gehörten zur Republik der Philippinen 75 Provinzen, von denen jede in Gemeinden unterteilt war, die sich wiederum aus verschiedenen Barangays (Vierteln) zusammensetzten. Sitz der meisten Ministerien ist Quezon City, die ehemalige Landeshauptstadt. Im Alter von 15 Jahren darf man an Kommunalwahlen teilnehmen, während das Wahlalter bei Wahlen auf nationaler Ebene 18 Jahre beträgt.

Zeitgeschichte

1965 gewann Ferdinand Marcos, der Kandidat der Nationalistischen Partei, die Präsidentschaftswahlen. Dies war der Beginn seiner zwei Jahrzehnte dauernden Herrschaft, die von Korruption und zunehmender Autokratie geprägt war. Nachdem sich 1972 Demonstrationen häuften und es unter der Führung einer neuen kommunistischen Partei zu einem erneuten Aufflackern der von Bauern gesteuerten Guerillakriege kam, verhängte Ferdinand Marcos das Kriegsrecht und kündigte ein soziales und wirtschaftliches Reformprogramm an. Marcos verteilte aber weiterhin lukrative Geschäfte und Aufträge unter seinen Freunden und Verbündeten und erhielt als Gegenleistung einen großzügigen Anteil des erzielten Profits. 1981 wurde das Kriegsrecht formell aufgehoben – nur im Süden des Landes blieb es weiterhin bestehen. Im gleichen Jahr wurde Marcos in einer Wahl, die die Mehrheit der Opposition boykottierte, erneut für die Dauer von sechs Jahren "gewählt". 1986 beugte sich Ferdinand Marcos dem Druck der Vereinigten Staaten von Amerika und berief vorgezogene Präsidentschaftswahlen ein. Die Kandidatin der Opposition war Corazon Aquino, die Witwe von Benigno S. Aquino. Letzterer war der prominenteste Gegner von Ferdinand Marcos, bis er 1983, bei seiner Rückkehr aus dem Exil, am Flughafen von Manila einem Attentat zum Opfer fiel. Marcos manipulierte die Wahlen und erklärte sich als "wieder gewählt." Doch die philippinische Bevölkerung ging auf die Straße und unterstützte eine Revolte, die von einem Teil der Militärs ausging. Nachdem sich dann auch regierungstreue Militärangehörige gegen eine Konfrontation mit dem Volk ausgesprochen hatten, erklärten einige Minister in Schlüsselpositionen die Unterstützung von Frau Aquino. Unter dem Druck der "Revolution des Volkes" floh Ferdinand Marcos ins Exil nach Hawaii, wo er 1989 starb.

Die Hoffnungen, dass Corazon Aquino nicht nur die zweifelhaften Regierungspraktiken abstellen, sondern auch radikale wirtschaftliche und soziale Veränderungen herbeiführen würde, wie etwa eine umfassende Reform der Landverteilung, wurden schon bald zerschlagen. Das aufständische Verhalten der Kommunisten sowie interne Streitigkeiten der Militärs veranlassten sie dazu, mit konservativen Kräften konform zu gehen. Nach mehreren gegen sie gerichtete Putschversuche, die alle fehlschlugen, zog sie sich 1992 aus ihrem Amt zurück. Im gleichen Jahr wurden die US-amerikanischen Streitkräfte von den Philippinen abgezogen, nachdem sich der Senat des Landes gegen eine Erneuerung der Pachtverträge der Militärstützpunkte ausgesprochen hatte. Nachfolger von Frau Aquino wurde ihr ehemaliger Verteidigungsminister Fidel V. Ramos.

Ramos sah sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert, wie etwa einer schlechten Wirtschaftslage, politischer Korruption und einer ineffizient arbeitenden Bürokratie. Es gelang ihm, eine Reihe dieser Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und eine große Koalition zu schaffen, die nach den Wahlen von 1995 die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses innehatte. Als in der Folge des Abzugs der auf den Philippinen stationierten US-amerikanischen Truppen viele Arbeitsplätze verloren gingen, wandelte die Regierung die beiden Militärstützpunkte in Wirtschaftszonen um. Seit 1994 verzeichnet die Wirtschaft des Landes enorme Wachstumsraten.

1996 wurden die seit 25 Jahren andauernden Auseinandersetzungen mit der größten Gruppe muslimischer Unabhängigkeitskämpfer im Süden der Philippinen beigelegt. Man schätzt, dass in diesem Bürgerkrieg über 100 000 Menschen ums Leben gekommen sind. Im September 1996 unterzeichnete die Regierung mit der größten Rebellengruppe, der Nationalen Befreiungsfront der Moro (MNLF), ein Friedensabkommen, und Anfang 1997 wurden Verhandlungen mit kleineren Splittergruppen geführt. Dagegen zeichnet sich in der Frage um das Hoheitsrecht bezüglich der Spratly-Inseln, die sowohl von den Philippinen als auch von China, Taiwan, Malaysia, Brunei und Vietnam beansprucht werden, noch keine Lösung ab.

1998 wurde Mr. Joseph Estrada zum Präsident gewählt. Diverse undurchsichtige Geschäfte und das angebliche "Beiseiteschaffen" von Staatsgeldern, führte Ende 2000 zu einem Amtenthebungsverfahren. 100 000de Philippinos gingen wieder auf die Straße und protestierten wie zu Marcos Zeiten. Im Januar 2001 trat "Erap" zurück und Mrs. Gloria Arroyo wurde neue Präsidentin

Wirtschaft (2)  

Die Wirtschaft des Landes wuchs in den vergangenen Jahrzehnten langsamer als in den meisten anderen Ländern der Region. Ungerechte Einkommensverteilung und Armut haben den Philippinen lange Zeit zugesetzt. Erst nach der Wahl von Corazon Aquino wurde ein deutliches Wirtschaftswachstum verzeichnet. Doch Anfang der neunziger Jahre kam es aufgrund mehrerer Ereignisse zu Rückschlägen. Der Zweite Golfkrieg (1990/91) bedeutete für viele Filipinos, die in Vorderasien arbeiteten, dass sie kein Geld mehr nach Hause schicken konnten. Daneben wurde das Land von mehreren Naturkatastrophen erschüttert, wie dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo 1991, der verheerende Auswirkungen hatte, und die Landwirtschaft wurde abwechselnd durch Dürreperioden und Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen. Doch trotz dieser Rückschläge waren die Jahre zwischen 1994 und 1996 eine Zeit enormer wirtschaftlicher Fortschritte. Bis heute boomen Bereiche wie Export, Privatisierung und ausländische Investitionen, und die Wirtschaft verzeichnet weiter Rekordergebnisse.

Die Landwirtschaft ist ein bedeutender Faktor der philippinischen Wirtschaft. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Reis, Mais, Kokosnüsse, Zuckerrohr, Abaka und Tabak. Neben Agrarprodukten exportiert das Land auch elektronische Geräte, Textilien, Mineralien und chemische Erzeugnisse.

Die Philippinen sind Mitglied der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN). Haupthandelspartner der Philippinen sind die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Landeswährung ist der Philippinische Peso.

Handel und Gewerbe  

Die Geschäftszeiten sind von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr sowie von 13.00 oder 14.00 bis 17.00 Uhr. In der Hauptstadt Manila sind die Läden häufig wesentlich länger geöffnet, hier gibt es auch keine Mittagspause. Auf dem Land gelten andere Geschäftszeiten, und viele Straßenverkäufer arbeiten von den frühen Morgenstunden bis zum späten Abend. Viele Filipinos betreiben in ihren Häusern auch so genannte Sari-saris. Das Angebot dieser Gemischtwarenläden reicht von Konserven über Haushaltswaren bis hin zu Getränken und Süßwaren.

Verkehr und Kommunikation  

Viele Angehörige der Mittel- und Oberschicht besitzen ein eigenes Auto. Der übrige Teil der Bevölkerung ist auf öffentliche Transportmittel angewiesen. In Manila verkehren Busse, Taxis und so genannte Jeepneys, besondere Kleinbusse, die auf festgelegten Routen verkehren und per Handzeichen angehalten werden. Ein Jeepney bietet Platz für 10 bis 20 Personen. Die Fahrpreise sind niedrig. In den Städten kommt es auf den Straßen häufig zu Staus. Das Straßen- und Verkehrsnetz auf dem Land ist weniger gut ausgebaut, weshalb viele Leute auch zu Fuß gehen oder reiten. Zum Transport für Lasten verwendet man häufig eine Motorradversion des Jeepneys. Es existiert ein gut ausgebautes nationales Flugnetz, und zwischen den Inseln verkehren Fähren oder andere Boote, die so genannten Bankas. Das Telekommunikationsnetz ist überwiegend gut ausgebaut.

Bildungswesen  

Das Bildungssystem orientiert sich teilweise an dem der Vereinigten Staaten von Amerika. In den Städten ist die Qualität der schulischen Einrichtungen besser als auf dem Land. Fast alle Kinder im schulpflichtigen Alter gehen in die Grundschule. In den Städten besuchen die Schüler danach weiterführende Schulen, von denen viele privat betrieben werden. Die Schulzeit auf einer dieser Schulen beinhaltet ein Jahr Militärausbildung. Schulen und Universitäten, die unter der Leitung römisch-katholischer Orden stehen, zählen zu den besten, obgleich das Niveau der staatlichen University of the Philippines in Quezon City internationalem Standard gerecht wird.

Gesundheitswesen

In Manila ist die Versorgung mit medizinischen Einrichtungen überwiegend gut, doch nicht alle Filipinos können sich eine Behandlung leisten. Krankenhäuser, die von christlichen Orden geleitet werden, zählen zu den besten. Auf dem Land finden sich manchmal Gesundheitszentren, denen es mitunter jedoch an Medikamenten und medizinischen Geräten mangelt. Mit einem neuen Gesetz von 1995 wurde eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt, deren Leistungen zum Großteil mit Steuern und staatlichen Mitteln finanziert werden. Vor dieser Zeit war eine Krankenversicherung nur schwer zu realisieren, und für Arbeitslose waren medizinische Behandlungen unbezahlbar. Heute bietet die Regierung kostenlose Schutzimpfungen für Kinder an. Ein ernsthaftes Gesundheitsproblem – besonders in Manila – stellt die Umweltverschmutzung dar.

 

 

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